Exposee La Bas

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Ein junger Student erfüllt sich einen Traum: Er steigt aufs Rad und fährt los nach Süden. Obwohl er sein Ziel Marrakesch am Ende nicht erreicht, kann man die Tour bestimmt nicht gescheitert nennen. Der Leser, der der Reise folgt, erfährt nicht nur Details der Fahrradtechnik und Möglichkeiten provisorischer aber erfolgreicher Reparaturen. Er wird auch in Dinge eingeweiht, die in den deutschen Medien hartnäckig verschwiegen werden: In Marokko erfährt er zum Beispiel, dass Michael Jackson inzwischen (1988) eine Frau ist, und dass Adolf Hitler nach dem zweiten Weltkrieg als Charlie Chaplin weitergelebt hat. Und dass man bei Fieber und Durchfall höchstens vier Stunden am Tag liegen darf, weil man sonst vielleicht nicht wieder aufsteht, erlebt der Radfahrer am eigenen Leib.

Immer wieder begegnet er dem zweiten Weltkrieg, ob am Rande der Sahara, wo man von Veteranen in einem rheinischen Dialekt gegrüßt wird, oder auf dem Heimweg im italienischen Cairo Montenotte, wo ihm ein ehemaliger Partisan Fotos von der Stelle zeigt, an der er im zarten Alter von vierzehn Jahren zehn deutsche Soldaten erschossen hat.

Der junge Tourist reist sechs Wochen durch Marokko, ohne eine einzige der berühmten Sehenswürdigkeiten dieses schönen Landes zu besuchen. Dennoch findet er die Tour keineswegs langweilig. Zum Beispiel steht er oft vor der abenteuerlichen Aufgabe, in einem Dorf, das seit Jahren kein Europäer mehr besucht hat, aus einer Menge von Hunderten von Menschen, vorwiegend Kindern, einen vertrauenswürdigen Ansprechpartner herauszusuchen. Er erlebt auch, welche Art von Sorgen sich die Polizei über solch einen seltenen und ungewohnten Fall machen kann. Und auch sonst lernt er einiges:

  • dass man in Marokko Tischtennisbälle mit Tesafilm repariert
  • wie man sich abends als Beifahrer auf einem nagelneuen schnellen Traktor fühlt, dessen Fahrer vor jeder Kurve einen tiefen Zug von seinem Joint nimmt
  • wie man mit dem Fahrrad einen Mineralwassertransporter so lange durch die Berge „hetzt“, bis der Fahrer eine Flasche Wasser abgibt
  • wann es nützlich sein kann, alle Fremdsprachenkenntnisse auf einmal zu vergessen
  • was passieren kann, wenn man einen Schluck Wasser abgibt
  • dass verbleites Superbenzin nicht für jeden Benzinkocher taugt
  • wie ein Gastgeber, der es nicht für schicklich hält, Geld zu verlangen, es anstellt, doch nicht ganz leer auszugehen
  • wie ein Kino in einem abgelegenen Dorf am Rande der Wüste aussieht
  • wie aus einer Nacht in einem Dorf zwei Wochen werden
  • woran man in Marokko eine Hure erkennt
  • wie man mit drei Litern Wasser ein Duschbad macht
  • dass man ein Frühstück mit ein paar Tropfen Desinfektionsmittel und ein paar Heft- pflastern bezahlen kann – wenn man kein Aspirin für die kranke Großmutter dabei hat
  • Wie man mit einer Hand voll Postkarten geschäftstüchtige Leute völlig entmutigt, die man auf den zweiten Blick ganz und gar nicht mehr vertrauenswürdig findet
  • dass in Marokko Alkohol für viele eine härtere Droge ist als Haschisch
  • wie arme Leute zu ihrem Rausch kommen
  • dass man mit dem Fahrrad oft auch dann nicht sehr schnell vorankommt, wenn man eigentlich nur auf der Durchreise ist.

Erschreckend findet der Deutsche immer wieder die verzweifelten Versuche junger Marokkaner, zu erklären, warum Europäer erfolgreicher sind als Afrikaner. Und auf Schritt und Tritt trifft er auf junge Leute, oft mit bester Schul- und Hochschulbildung, die in ihrem Land keine Chance sehen und nichts wollen als weg nach Europa. Manche bitten ihn um ein „Certificat de Bergement“, eine offizielle persönliche Einladung, mit der man praktisch für den Eingeladenen bürgt. Anderen soll er eine Arbeit oder eine deutsche Ehefrau besorgen, „und wenn sie sechzig ist“. Bei den vielen Begegnungen in all den Wochen ist ein Student ohne eigene Wohnung von all den Bitten und Aufträgen einfach überfordert. Aber insgesamt passiert auf der zwölfwöchigen Tour „nichts Schlimmes“ – „la ba’s“ (die übliche Grußformel in Marokko).

Als Leseproben finden Sie hier:



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